Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima; Familie Euphorbiaceae)

Weihnachtsstern Bild: cnu
Weihnachtsstern Bild: cnu

Synonyme: Weihnachtsstern, Poinsettia, Stern von Bethlehem, Adventsstern, Christstern, Euphorbia pulcherrima


Einstufung der Giftigkeit: harmlos bis leicht giftig

In den allermeisten Fällen führt das Verschlucken kleiner Pflanzenteile (grüne Blätter, farbige Hochblätter oder unscheinbare Blüten) zu keinen oder geringen Magen-Darm-Beschwerden.  

Tox Info Suisse sind jedoch bei Tieren (Hund, Katze) schwere und tödliche Verläufe nach meist erheblichen Mengen Pflanzenmaterials bekannt. 


Giftige Pflanzenteile und Inhaltsstoffe

Der Weihnachtsstern enthält einen weissen Milchsaft. Dieser kann Haut und Schleimhäute reizen. Zudem sind allergische Reaktionen auf die Pflanze und ihren Saft bekannt.
 
Im Gegensatz zu anderen Pflanzen der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) scheinen zumindest die handelsüblichen Zuchtformen keine stark reizenden Toxine (Diterpene) zu enthalten (weitere Informationen hier). Ungiftige Zuchtformen sind durch ihre äusserlichen Merkmale von toxischen Pflanzen jedoch nicht unterscheidbar.

Vorkommen und Merkmale

Vorkommen: In der Schweiz sehr beliebte Zimmerpflanze zur Advents- und Winterzeit (Topfpflanze). Ursprünglich aus Mexiko stammender Strauch mit verholzendem Stamm. 

Merkmale: Charakteristisch ist der auffällige, sternförmige Blütenstand mit roten, weissen und rosa Hochblättern, die sich mittig befindenden eigentlichen Blüten sind unscheinbar. Die dunkelgrünen Blätter sind gelappt. Wachstum an seinem Ursprungsort als mehrjähriger Strauch, der eine Wuchshöhe von mehreren Metern erreichen kann.


Was tun im Notfall?

Nach Verschlucken von Pflanzenteilen:

  • Kein Erbrechen herbeiführen.
  • Pflanzenreste entfernen, Mund ausspülen.
  • 1 – 2 dl klare, fettfreie Flüssigkeit trinken.
    z.B. Wasser, Sirup oder Tee
  • Nur nach Rücksprache mit Tox Info Suisse oder einem Arzt resp. einer Ärztin Verabreichung von Aktivkohle.

    Nach Augenkontakt mit Pflanzensaft:

    • Kontaktlinsen entfernen.
    • Auge sofort über 10 – 15 Minuten mit sauberem und lauwarmem Wasser spülen; Augenlider dabei gut mit den Fingern offen halten.
    • Ist ein Kind betroffen: Lassen Sie sich bei der Augenspülung von jemandem helfen.

    Nach Hautkontakt mit Pflanzensaft:

    • Betroffene Hautpartie gründlich mit Wasser spülen.

    Symptome

    Nach Verschlucken kleiner Pflanzenteile/mengen:
    Leichte Magen-Darm-Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall.

    Nach Augenkontakt mit Pflanzensaft:
    Leichte Reizwirkung.
    (Im Gegensatz zu anderen Wolfsmilchgewächsen scheint der Pflanzensaft jedoch nicht zu schweren Augenschädigungen zu führen, insbesondere wenn eine gute Spülung durchgeführt wurde). 

    Nach Hautkontakt mit Pflanzensaft:
    Rötungen, Juckreiz, allergische Reaktionen.

    Wann sollte eine ärztliche Kontrolle erfolgen?

    Bei sehr ausgeprägten oder anhaltenden Symptomen nach dem Verzehr von Pflanzenteilen.
    Bei wider Erwarten starken Augensymptomen trotz korrekter Spülung nach Augenkontakt mit Pflanzensaft/-teilen. 

    Prävention

    Der Weihnachtsstern gehört sicherlich zu einer der beliebtesten Weihnachtsdekorationspflanzen. Zur Weihnachtszeit führt er die Liste der Anfragen bei Tox Info Suisse an. Wir raten zu einer Platzierung des Weihnachtssterns ausserhalb der Reichweite von Kindern und Tieren (wie bei sämtlichen Pflanzen), um das Risiko einer versehentlichen Einnahme oder Haut- bzw. Augenkontakt zu vermeiden. 

    Weitere Informationen

    Der Weihnachtsstern ist giftig für Tiere: 
    Bei Tierunfällen sind schwere und tödliche Verläufe mit blutigen Durchfällen bekannt (Katzen und Hunde).

    Weitere Artikel zu Adventspflanzen:

    «Alle Jahre wieder»: Anfragen zu beliebten Adventspflanzen.   
    Amaryllis (Hippeastrum vittatum) 

    Fachartikel:
    Toxic Christmas and New Year Holiday Plants...or Are They? (Krenzelok EP, 2015)
    Holiday Plants with Toxic Misconceptions (Evens ZN, 2012)







    Dezember 2023